Vorsicht: Betrug mit Überweisungen auf eBay Kleinanzeigen

Vorsicht: Betrug mit Überweisungen auf eBay Kleinanzeigen

Diese Warnung richtet sich an alle Käufer und Interessenten, die auf eBay Kleinanzeigen oder anderen Kleinanzeigen Plattformen Gegenstände per Überweisung erwerben möchten. Wir müssen zugeben, dass wir selbst überrascht waren, was hier vor sich geht. Es handelt sich hierbei um eine Masche, die schon länger betrieben und für kriminelle als Einstieg beworben wird. Das passiert nicht nur im Bereich Kleinanzeigen, sondern auch auf Portalen wie eBay selbst.

eBay Filling / eBay Kleinanzeigen Filling

Diese Bezeichnung wird verwendet, wenn es darum geht, auf den genannten Portalen Artikel einzustellen, die man selbstverständlich nicht hat. Hierbei werden meist Preisspannen zwischen 200 und 500 EUR verwendet, Bereiche, in denen Anfragende nicht zwingend auf Abholung bestehen. Auch werden Orte verwendet, die möglichst weit von Ballungsgebieten weg sind.

Die Täter inserieren über diverse Konten Anzeigen, die nicht von gewöhnlichen zu unterscheiden sind. Meist Elektronik. Die Preise sind relativ günstig, so dass möglichst viele Anfragen erzeugt werden. Dem anfragenden wird nun versucht, die Zahlung per Überweisung aufzudrücken. Hierbei werden alle möglichen Ausreden verwendet, Ich bin derzeit auf Montage, Ich bin gerade im Ausland usw. Anfragende, die auf Abholung oder PayPal bestehen, werden ignoriert. Von 10 anfragenden muss nur einer mit Überweisung einverstanden sein, damit die Falle zuschnappt.

Gutgläubig wird nun auf ein unauffälliges Bankkonto überwiesen, eine Rückmeldung erfolgt nicht mehr.

Was jetzt passiert

Da eine Überweisung nicht rückgängig gemacht werden kann, hat der Täter genug Zeit, das Geld entsprechend zu verschieben. Hierbei kommen Hintermänner ins Spiel, die auf diversen Internetseiten gegen eine Provision von 50% Bankkonten anbieten, auf die Überweisungen vorgenommen werden können. Diese wechseln das Geld dann in Bitcoins und zahlen es dem Täter abzüglich einer Provision auf dessen Wallet aus. Wie genau dieser Transfer funktioniert, konnten wir nicht herausfinden. Der Inhaber des Bankkontos weiß von seinem Glück nichts, da bei diesen Vorgängen keinerlei Informationen in Form von Mitteilungen rausgehen. Nachdem der Transfer abgeschlossen wurde, verschwinden alle Parteien. Übrig bleibt der Geschädigte, der Kontoinhaber und eine Spur, die ins nirgendwo führt.

Durch Nutzung von Proxys sind die Täter meist auch nicht auffindbar. Selbst die genannten Foren liegen auf ausländischen Servern. Erschreckend hierbei ist, dass sich dort eine Ansammlung von Leuten befindet, die offen das Thema diskutieren und sich gegenseitig Tipps geben, wie man am besten vorgeht, welche Anonymisierungen man verwendet und was man zu inserieren hat. Verkauft werden Tutorials, Konten, PayPal Accounts u.v.m.

Keine Überweisung!

Zu Deiner eigenen Sicherheit solltest Du niemals, egal wo per Überweisung bezahlen. Sobald dies jemand fordert, solltest Du weiter suchen. Das gilt auch für Onlineshops, sofern es keine bekannten Größen sind. Nutze grundsätzlich Abholung oder PayPal. Der Vorteil bei PayPal ist der Käuferschutz. So kannst Du relativ einfach Dein Geld zurück bekommen und PayPal die Klärung überlassen. Bei Überweisungen hilft Dir keine Bank. Eine Anzeige gegen unbekannt wird ins leere laufen, da auf Kleinanzeigen Portalen nur ein Name und eine E-Mailadresse angegeben werden muss, um ein Konto zu erstellen.

Update 15.06.2019

Nun reagiert auch die Volksbank auf die massiven Betrügereien. Da N26 Direktbank Konten in den meisten Fällen für Betrugsfälle eingesetzt werden, ist hier auch der höchste Handlungsbedarf. Diese Konten lassen sich mit wenig Aufwand und ohne direkt Anwesenheit eröffnen und sind daher begehrte Ware im Bereich der Kriminalität.

https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken-nach-betrugsfaellen-volksbank-sperrt-zahlungen-an-n26/24460968.html?ticket=ST-1052921-3cxCOLPtX2lzb2Frdez3-ap1

Update 07.06.2019

Endlich hat das LKA einen großflächigen Zugriff begonnen und das crimenetwork hoch genommen. Somit sind zumindest einige der Betreiber demnächst hinter Gittern. Mehr Informationen hierzu:

https://www.koelner-abendblatt.de/artikel/kriminalitaet/schlag-gegen-illegalen-deutschen-marktplatz-grossrazzia-bei-crimenetwork-co-23808001.html

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